Als zweiter Teil meines heutigen Beitrages kommt noch ein Besuch auf unserer berühmten Wehrburg – der Riegersburg.

 

Kalli Wermaus besucht den Feldbacher Tabor (1)

 

Auf unserer schönen Riegersburg gibt es ganz viel zu entdecken. Nicht nur in den drei Museen – Burgmuseum – Hexenmuseum – Waffenmuseum – dazu kommt dann auch noch die einzigartige Greifvogelwarte mit ihren täglichen Vorführungen.

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Die Riegersburg ist auf einem 200 m hohen Basaltfelsen errichtet und urkundlich das erste Mal 1138 als „Ruotkerspurch“ – die Burg eines Rüdigers – erwähnt. Bewohnt war der Felsen und die Umgebung bereits vor ca. 6000 Jahren. Während der berüchtigten Türkenkriege trotzte sie jedem Angriff und auch andere angreifenden Adelige wurden immer in die Flucht geschlagen.

Im Burgmuseum gibt es Einblicke in die Prunkräume und die Geschichte der Burg selbst. Viele Geschichten und Erzählungen ranken sich um die berühmte „Gallerin“.

Elisabeth Katharina von Galler, von 1637 bis 1672 Burgherrin, ging aufgrund ihres unkonventionellen Lebens als die „Schlimme Liesl“ in die Geschichte ein. Sie war drei Mal verheiratet; den ersten Ehemann, den Hofkriegsratspräsidenten Hans Wilhelm Freiherrn von Galler, hielt sie durch Auszahlung von 15.000 Gulden vom Mitbesitz fern, um allein über Burg und Herrschaft verfügen zu können. Der zweite, Oberst Detleff von Kapell, fiel in der Schlacht bei Mogersdorf 1664. Vom dritten, Hans von Stadl, ließ sie sich scheiden (!). Mit etlichen weltlichen und geistlichen Nachbarn lebte sie im Streit, vor allem den recht weltlich lebenden Riegersburger Hauptpfarrer Wolfgang Strobel nahm sie sich energisch bis gewalttätig vor. Mit ihm stritt sie auch um das Patronatsrecht über die von Riegersburg abhängigen Vikariatspfarren; in Paldau hielt sie einmal unter Berufung auf ihr Patronatsrecht eine Predigt (!). Allein die Tatsache, dass die Gallerin sich nicht in das enge Korsett von Normen schnüren ließ, in das Frauen im 17. Jahrhundert gepresst waren, sondern ein selbst-bestimmtes Leben führte, war Grund genug für einen solchen Beinamen.

In zahlreichen Prozessen musste sie mit größten Anstrengungen ihre umkämpfte Position als Burgherrin in einer von Männern dominierten Gesellschaft verteidigen.

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Das Schicksal der Katharina Paldauf, einer Bediensteten der Gallerin, führt zur Auseinandersetzung mit einem der düstersten Kapitel in der Geschichte der Oststeiermark, dem großen Feldbacher Hexenprozeß, einem von rund 200 steirischen Hexenprozessen. Katharina Paldauf, noch heute verharmlosend als die „Blumenhexe“ bezeichnet, war eines der Opfer, die unter dem Verdacht durch Hagel- und Wettermachen die Ernte der Bauern vernichtet zu haben, hingerichtet wurden.

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Seit ein paar Jahren gibt es immer im Juli und August die „Riegersburger Vollmondnächte“ mit vielen Veranstaltungen wie Ritterkämpfen, Schmiedekunst im Mittelalter, Falknerei der Adeligen, Markt und Handel anno dazu mal, Ritteressen und noch anderes.

 

In der Diashow seht ihr noch einige Bilder aus allen drei Museen sowie der Greifvogel Show. Gute Unterhaltung ihr Lieben!

Eure Karin ❤ 

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2 Antworten auf „

  1. Ein schöner aber auch tragischer Bericht! Gerade die Frauen zur damaligen Zeit mussten sich wirklich behaupten. Schade, dass viele dadurch grausam und unmenschlich wurden, einfach nur um zu überleben. Eine schöne Burg ist das und tolle Bilder. lg Nadine von Nannis Welt

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