Und nun mein letzter Beitrag zu unserer Blogtour mit Harald Weiss und seinen Büchern. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung dazu sagen würdet. Danke ❤

 

Was versteht man unter modernen Märchen und welche waren / sind deine Lieblingsmärchen und warum?

 

Zuerst möchte ich ja gleich mal klar stellen, dass ich ein großer Märchen, Sagen und Fabel Fan bin, und das schon seit meiner frühesten Kindheit. Ich erinnere mich gut daran, wie ich mit 5 Jahren mit meinem Märchenbuch der Gebrüder Grimm lesen gelernt habe, da ich einfach nicht mehr warten wollte, wenn gerade niemand Zeit hatte mir vorzulesen. Wir wollen jetzt mal schauen, ob es wirklich so große Unterschiede zwischen den alten und den neuen, modernen Märchen gibt.

Was sind Märchen?

Was ist nun überhaupt ein Märchen? Im Gegenteil zu Sagen und Legenden, sind Märchen immer rein fiktiv, also der Fantasie des Autors / der Autorin entsprungen. Kennzeichnend sind die fantastischen Elemente wie Drachen, Zwerge, Feen, Hexen, Riesen, Zauberer und natürlich die wunderschönen Prinzessinnen und die tapferen Prinzen. In vielen alten Märchen sieht man aber auch die Situation zu der Zeit als sie geschrieben wurden, wie Hungersnöte, die verschiedenen Stände (z.b. Adel und Bauern), die bösen Stiefmütter (oft starben die Frauen früher bei den Geburten, und kein Mann konnte damals seine Kinder selbst aufziehen) u.vm. Wer nun glaubt, Märchen gäbe es erst seit den Gebrüdern Grimm, der irrt gewaltig. Bereits das Gilgamesch Epos enthält märchenhafte Motive und das war schon bei den frühen Hochkulturen. Viele Volksmärchen wurden lange Zeit nur mündlich überliefert und haben sich natürlich auch im Laufe der Zeit durch die Erzähler verändert. Erst als sie aufgeschrieben wurden, gab es dann einheitliche Fassungen.

Moderne Märchen

Die modernen Märchen oder auch Kunstmärchen folgen keinem Volksmärchen oder einer Überlieferung sondern sind gezielt von den Schriftstellern erfunden worden. Heute spielen sie meist in der Jetzt Zeit oder in der Zukunft, in den modernen Märchen gibt es nicht immer nur das „Gut – Böse“ Schema, oft werden Ansatzpunkte und andere Möglichkeiten aufgezeigt. Heute ist es gerade sehr in, Märchen Adaptionen zu schreiben, wovon ich einige sogar ganz gut finde.

Lieblingsmärchen

Mein absolutes Lieblingsmärchen ist und war schon immer „Schneewittchen“. Meinem Schneewittchen fühlte ich mich sofort nahe. Nicht nur die schwarzen Haare haben uns verbunden, auch ich habe immer an das Gute im Menschen geglaubt, wollte jedem helfen und musste so manche Enttäuschung einstecken. In meinem Kopf Kino sah ich sie inmitten ihrer Zwerge sitzen, glücklich und fröhlich, beschützt und in Sicherheit vor der bösen Königin. Ich habe mitgelitten, wenn diese Hexe sie wieder versuchte zu töten und war so froh, dass die Zwerge sie immer gerettet haben…. bis auf das eine Mal. Gott war ich traurig, als Schneewittchen an dem Apfelstück starb. Wie hatte ich gehofft ein Kuss des Prinzen würde sie retten, leider umsonst. Und dann das Wunder, als sie mit dem Sarg stolperten und mein geliebtes Schneewittchen plötzlich wieder am Leben war. Ha, jetzt ging es der bösen Königin endlich an den Kragen, Strafe musste sein und mein geliebtes Schneewittchen konnte mit ihrem Prinzen endlich bis an ihr Lebensende in Ruhe und Frieden leben.

 

Schneewittchen_Mauser-Lichtl_einzelausgabe

Aber auch Aschenputtel, Rotkäppchen, Dornröschen,Brüderlein und Schwesterlein und andere Grimms Märchen fand ich einfach nur toll. Dazu kamen dann noch die Märchen von Hans Christian Andersen wie z.B. Däumelinchen, Des Kaisers neue Kleider, Das hässliche kleine Entlein, Die Schneekönigin, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern und der Standhafte Zinnsoldat. Mir ca. 9 Jahren fiel mir dann ein Buch mit den Märchen von Wilhelm Hauff in die Hände und meine Märchenwelt wurde um Zwerg Nase, Kalif Storch und der Kleine Muck erweitert. Danach war es nur mehr ein kleiner Schritt zu 1001 Geschichten von Sheherazade.

 

 

Meine Meinung zu Märchen

Ihr seht Märchen haben schon immer einen Platz in meinem Leben gehabt. Und ich habe keinen Schaden davon getragen, auch wenn es seit einigen Jahren vermehrt Trends dazu gibt, diese wunderbaren alten Märchen zu verdammen, da angeblich Kinder durch die rohe Gewalt, schlimme Strafen etc geschädigt werden. Da muss ich jetzt mal ganz laut sagen: So ein Sch…!! Als Kind freut man sich einfach, dass das Gute siegt und das Böse gehört nunmal bestraft. Aber mann bekommt keine Alpträume von den abgehackten Zehen der Stiefschwestern von Aschenputtel, glaubt nicht, dass der Wolf dich frisst wenn du in den Wald gehst und noch vieles mehr. All diese Märchen hatten doch auch einen bestimmten Zweck. Nämlich durch die bildhafte Darstlung vor bestimmten Gefahren zu warnen. Auch meine Kinder wuchsen mit diesen alten Märchen und Sagen auf, mein Jüngster ist 15 und der gutmütigste Mensch überhaupt, meine zweitälteste Tochter ist 18 und ist ein großer Manga und Anime Fan, sie zeichnet diese wunderbar (, und wer sich damit beschäftigt weiß, dass diese manchmal auch blutdürstig sind) aber auch sie wurde nicht gewalttätig, sondern eine sehr hilfsbereite junge Frau.
Nun aber zu den modernen Märchen. Lange konnte ich mich ehrlich gesagt nicht mit ihnen anfreunden, für mich waren sie zu sehr im Hier und Jetzt, dann natürlich die modernen Illustrationen dazu, die Handlungen oft sehr sehr modern angehaucht. Wenn ich nach meiner Meinung gefragt wurde, sagte ich nur, es ist nicht meins. So vergingen einige Jahre und ich habe diese Bücher erfolgreich gemieden. Bis ich im letzten Jahr zwei Bücher mit Märchen Adaptionen gelesen habe, die teilweise sehr witzig geschrieben waren, und fand die zu meinem eigenen Erstaunen sogar sehr gut.

Traumwelten

Als ich das Cover der Traumwelten von Harald Weiss sah, hat es mich sofort angesprochen – keine Ahnung wieso. Und ich dachte, wenn es mir auch nicht gefällt, ich habe ja eine älteste Tochter, die aufgrund ihrer Behinderung mein „kleines“ Mädchen bleibt, und diese liebt Geschichten und Märchen, somit kommt das Buch in gute Hände.
Als ich es aufgeschlagen habe, fielen mir sofort die Illustrationen von Elsbeth Schmidt auf. Diese waren so farbenfroh und erinnerten mich in ihrer Ausführung an die naive Malerei. Wer glaubt, das kann ein jeder soll es mal probieren, versucht im Stil eines Kindes zu malen, es gelingt euch nicht, dass es so toll aussieht. Ein großes Kompliment liebe Elsbeth Schmidt, ihre Illstrationen bereichern das Buch ungemein. Und dann begann ich, zuerst noch mit einer Portion Skepsis zu lesen. Was soll ich sagen, ich wurde positiv überrascht. Die Märchen sind sehr liebevoll geschrieben, es werden verschiedene Themen aufgefriffen, die mich als Erwachsene zum Nachdenken angeregt haben, und ich habe es bedauert, dass das Buch nicht mehr Seiten und Märchen hatte, vielleicht eine kleine Anregung für den Autor uns noch ein schönes Märchenbuch zu schreiben 😉

 

Mein Resümee aus dem Ganzen, es gibt trotz meiner Skepsis auch schöne, moderne Märchen die ich gerne lese, aber trotz allem wird mein Herz bei meinen „alten“ Märchen bleiben. Und auch meine Enkel ( ich hoffe doch ich bekomme mal welche) werden mit diesen aufwachsen, den ich werde sie fleissig vorlesen und erzählen.
Abschließend möchte ich mich beim Autor Harald Weiss für seine Bücher bedanken, sie haben ein schönes Plätzchen in meinen Regalen gefunden.

Eure Karin 

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