Interview

Liebe Karin-Ann Müller ich freue mich über die Gelegenheit mit dir etwas zu plaudern. Dein Buch „Tadamun“ war das erste Buch, das ich von dir gelesen habe. Bevor wir näher darauf eingehen, würde ich mich freuen mehr über dich als Person zu erfahren.

 

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Erst mal, liebe Karin, finde ich es ganz toll, dass du mit mir ein Autoreninterview machen möchtest. Dafür danke ich dir ganz herzlich und ich freue mich darauf, deine Fragen zu beantworten. Und: Du darfst gerne nur Karin zu mir sagen. Das ist mein Rufname.

Danke schön liebe Karin, uns beide verbindet ja nicht nur die Liebe zu den Büchern sondern auch noch der gemeinsame Vorname ❤  

 

Wer steckt also hinter Karin-Ann Müller? Hast du Familie, bist du nebenbei noch berufstätig, hast du noch Zeit für Hobbies und ist dein Name ein Pseudonym?

Ui, ganz schön viele Fragen auf einmal J. Ich heiße wirklich Karin Ann Müller, wobei Karin mein Rufname ist. Letztes Jahr haben mein Mann und ich Silberhochzeit gefeiert. Wir leben in einer 300 Jahre alten Hofreite, haben zwei erwachsene Söhne, eine alte Hündin und einen alten schwarzen Kater. Ich bin gelernte Technische Zeichnerin, arbeite seit den Kindern aber nicht mehr in diesem Beruf. Ich habe viele Jahre lang stundenweise im Kindergarten und in einer Buchhaltung ausgeholfen. Oh ja, meine Hobbies. Es gibt so viele Dinge, die ich gerne tu, dass mir die Tage oft zu wenig Stunden haben. Ich bin leidenschaftliche Gärtnerin, Hundehalterin und Handwerkerin (Letzteres ist von Vorteil bei so einem alten Haus). Ich backe gerne Brot, liebe Bergwandern und spiele Klavier, wenn mir dafür Zeit bleibt. Bücher habe ich schon als Kind geliebt und alles verschlungen, was die Bücherei hergab.

Bei all deinen Hobbies und deiner Familie bewundere ich dich ja noch mehr, dass du auch Zeit zum Schreiben findest. 

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Wie bist du eigentlich zum Schreiben gekommen? Gab es schon früh erste Anzeichen für eine Begabung oder Neigung Geschichten zu erfinden und niederzuschreiben?

Ich hatte schon als Kind eine blühende Phantasie und habe meinen Geschwistern und deren Freunden Geschichten erzählt. Mit 12 Jahren begann ich einen kleinen Roman über ein Pferd, der noch heute unfertig in einer Schublade liegt. In diesem Alter fing ich an, kleine Anekdoten und Gedichte für Geburtstage in der Familie zu schreiben. Für meinen Vater habe ich sogar mal eine richtige Büttenrede gemacht und mit viel Trara vorgetragen. Viel später, als die Kinder in den Kindergarten gingen, hatte ich endlich Zeit und Muse und schrieb Kurzgeschichten. Die wurden länger und länger, bis der erste Kurzroman entstanden war.

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Dein erstes Buch „Das Lied des Prinzen“ wurde am 3. März 2016 veröffentlicht. Magst du uns kurz erzählen worum es in diesem Buch geht?

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In *Das Lied des Prinzen* geht es um Clemens, einen Mann Mitte 40, der einen Schlaganfall erlitten hat. Er schleppt sich verbittert von einem Tag zum andern, hasst sich und sein Leben und schafft es nicht, sich aus dem tiefen Loch wieder heraus zu kämpfen. Auch Ellen, seiner Frau, macht er das Leben zur Hölle. Durch Zufall trifft er eines Tages auf Pauline, eine junge Frau. Sie scheint genau zu wissen, was Clemens braucht, und die Gespräche mit ihr werden ihm von Tag zu Tag wichtiger. Er erzählt ihr seine eigene, ganz besondere Liebesgeschichte und stellt fest, dass es trotz aller Widrigkeiten Dinge gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Das Buch spielt in zwei verschiedenen Zeitebenen und ist ein wenig esoterisch angehaucht. Es geht darum, dass Veränderung auch ein Neuanfang sein kann.

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 Als ich das Cover von „Tadamun“ gesehen und den Klappentext gelesen habe, war für mich klar, dieses Buch muss ich unbedingt lesen. Wer hatte denn die Idee zu diesem schönen Cover und wie viel steckt von dir darin?

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Wie schön, dass es dir gefällt! Die Grundidee für das Cover hatte ich selbst, nämlich die Frau auf dem Berg. Ich fand sie wunderschön und sehr passend zum Roman. Für die Ausarbeitung habe ich mir die Hilfe einer ganz lieben Coverdesignerin geholt. Was sie daraus gezaubert hat, begeistert mich auch heute noch. Ich habe das Cover sofort geliebt.

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Der Name „Tadamun“ lässt ja eigentlich auf eine Fantasy Geschichte schließen. Das ist dein Buch aber überhaupt nicht, im Gegenteil, ich finde es steckt sehr viel Realität dahinter. Spannend finde ich ja auch die Verknüpfung von Terroristen und einer Liebesgeschichte. Gab es ein besonderes Ereignis, das dich dazu inspiriert hat?

Oh, das finde ich interessant. Mit Fantasy hat es ja nun gar nichts zu tun. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass man das dahinter vermuten könnte. Ich habe ein arabisches Wort gesucht für Farids besonderen Ort. Tadamun heißt ja tatsächlich *Verbundenheit*. Nein, ein besonderes Ereignis hat mich nicht dazu inspiriert, obwohl das Thema Terror natürlich in aller Munde war und auch immer noch ist. Es hat sich so ergeben, als ich Farid eine Geschichte geben musste. Der Tod seines Vaters und die Umstände, die ihn zu diesem Leben getrieben haben, das alles hat irgendwie zusammen gepasst. Meine Schwester, die im Allgäu lebt, war sogar ein bisschen sauer. Eine Terrorzelle in den Allgäuer Alpen, das fand sie ziemlich skurril.

 Ich kenne Oberstdorf sehr gut da ich 3 Jahre im Kleinen Walsertal gelebt und gearbeitet habe. Eine wunderschöne Landschaft mit total netten Menschen, ich fühlte mich sofort zu Hause. Deshalb kann ich deine Schwester natürlich ein bisschen verstehen. 

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Lilli die Protagonistin deines Buches ist ja zu Beginn eigentlich sowohl seelisch als auch körperlich am Ende. Als sie in die Berge flieht und die Geschichte ihren Lauf nimmt wird sie gezwungen sich zu ändern und an den Ereignissen zu wachsen. Gibt es für Lilli ein reales Vorbild und wieso hast du sie so angelegt?

Lilli ist rein fiktiv. Ich selbst liebe die Berge und suchte nach einer Protagonistin, die die Intensität der Berglandschaft erleben darf. Dass ein seelischer Schmerz sie dorthin trieb, war für mich gesetzt. Lilli als Charakter ist nur ganz langsam entstanden. Von ihr wusste ich anfangs noch gar nichts. Zuerst ließ ich sie die Tagebucheinträge schreiben, um zu spüren, wie sie tickt. Alles andere kam mit der Zeit wie von selbst. Sie hat sich unglaublich entwickelt in der Geschichte, und sie beeindruckt mich noch immer.

Mir hat an Lilli so gut gefallen, dass sie in der größten Not und Verzweiflung wieder zu sich gefunden hat und trotz oder gerade wegen der Geschehnisse Kraft und Selbstvertrauen gewann.

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Farid der männliche Protagonist hat mein Herz ja eigentlich schon von Anfang an erobert. Ich hatte sofort den Eindruck, dass mehr hinter ihm als Person steckt. War sein Handeln und Denken so von Beginn an geplant oder hat sich einiges im Laufe des Schreibens anders gefügt?

Ach ja, Farid! Ich glaube, in ihn war ich schon verliebt, bevor ich überhaupt mit TADAMUN anfing. Farid gab es in meinem Kopf schon sehr lange. Ich wusste, dass ich irgendwann mal über ihn schreiben musste. Sein Aussehen, sein Charakter, irgendwie war er einfach da und hat von sich erzählt. Bei ihm war von Beginn an klar, durch welche Hölle er gehen muss. Nur die Geschichte um ihn herum stand noch nicht fest. Und: Nein, für ihn gibt es kein reales Vorbild. 😉

Farid stelle ich mir so wie Elyas M’Barek vor:

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Da mir dein Buch „Tadamun“ wirklich sehr gut gefallen hat und ich mir auch dein Erstlingswerk „Das Lied des Prinzen“ zulegen werde, interessiert es mich natürlich brennend ob du derzeit fleißig am Schreiben bist und wir bald mit einem neuen Bucch h von dir rechnen dürfen? (Vielleicht verrätst du mir ja quasi unter vier Augen ein bisschen darüber 😉 )

 

Zuerst einmal freu ich mich sehr, dass das TADAMUN dich gut unterhalten konnte. Das ist das größte Kompliment für einen Geschichtenschreiber.

Meinen neuen Roman habe ich vor kurzem abgeschlossen. Er ist zurzeit im Lektorat und wird in den nächsten Wochen erscheinen. Ich habe zwar einen Wunschtermin, aber ob das klappt, weiß ich noch nicht ganz sicher. Ich habe nämlich Ende August Geburtstag, das würde irgendwie passen, dachte ich. Viel verraten möchte ich dazu noch nicht. Aber weil du ja eine Namensvetterin bist und extra für mich einen Autorentag machst (was mir sehr schmeichelt), erzähle ich dir (unter vier Augen natürlich nur) ein kleines bisschen. Es geht um zwei Brüder. Einer der beiden unternimmt eine Reise nach Südafrika und verschwindet dort spurlos. Der jüngere Bruder macht sich kurz entschlossen auf, um gemeinsam mit einer jungen Frau nach ihm zu suchen. Was das alles mit einer Prophezeiung zu tun hat, mit einer alten Schamanin und einem magischen Ort in den Bergen, das verrate ich hier noch nicht.

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Meine letzte Frage wäre ob dir etwas am Herzen liegt, dass du mir und meinen Lesern noch gerne sagen möchtest?

 Oh ja, sehr gerne! Ich möchte mich bei allen Lesern und Bloggern bedanken, die so mutig sind, nach Büchern von völlig unbekannten Selfpublisher-Autoren zu greifen. Jedes Buch, das gekauft und gelesen wird, macht uns unglaublich froh und bestärkt uns, mit dem weiter zu machen, was uns am meisten am Herzen liegt. Ohne Motivation geht nämlich gar nichts. Eine positive Rückmeldung, eine gute Rezension, ein größeres Geschenk gibt es für uns nicht.

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Liebe Karin ich möchte mich ganz herzlich für deine Zeit und deine ausführlichen Antworten bedanken und hoffe, dass dir mein Autorentag etwas Freude bereitet. Ich fand es spannend von dir einiges zu erfahren, das man noch nicht nachlesen kann. Es würde mich freuen, wenn durch den Autorentag einige neugierig auf dich und deine Bücher werden und wünsche dir ganz viel Erfolg und freue mich schon auf weitere Werke von dir!
Liebe Karin, ich danke dir für den Tag, den du mir widmen wirst und für die Mühe, die du dort reinsteckst. Ich freue mich sehr darauf und bin schon ganz gespannt. Deine Fragen waren toll!

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