COVERBESPRECHUNG zu EMILIAS GIFT Band 1

der Reihe Vayas Töchter von LARA KALENBORN

 

Zuerst mein Eindruck zum Cover:

 

band1

 

Wenn man das Cover betrachtet ohne den Klappentext zu kennen, sieht man eine Frau und einen Mann und im Hintergrund  eine düstere Stadt mit einem blutroten Himmel und dazu neben dem Titel Blutspritzer. Wahrscheinlich wundert man sich etwas über die Aufmachung der Frau, die grüne Farbe in ihrem Gesicht und dem Flakon in ihrer Hand.  Der Mann trägt eine Art Tarnanzug und Waffen und hat einen eher strengen Blick. Was also könnte man hier erwarten? Auf alle Fälle eine dystopische Geschichte und Kämpfe würde ich vermuten. Anhand des Klappentextes erfährt man dann, dass es hier um den Kampf zwischen Amazonen und Skythen geht, und die Toxikologin Emilia, die von den Amazonen entführt wird um sie zu wandeln. Somit war für mich klar, die Frau kann nur Emilia als Amazone sein und in ihrer Hand natürlich eine Giftflasche. Die Farbgestaltung finde ich sehr gelungen, ebenfalls die Aquarellausführung, so verschwimmt das Bild etwas und lässt uns mehr erahnen als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Da mich natürlich interessiert hat wie es zu diesem Cover gekommen ist, wer hinter der Idee und der Ausführung steckt, und ob die Autorin und die Covergestalter wirklich mit dem Ergebnis zufrieden sind, habe ich allen dreien einige Fragen gestellt, die sie mir auch sehr ausführlich beantwortet haben.  

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Mein erstes „Opfer“ wurde Lara und ich habe sie mit einigen Fragen konfrontiert:

Wann kam das Cover, vor oder nach dem Titel? 

Der Titel war zuerst da. Es ging zwar mit dem Titel seit Entstehung der Geschichte oft hin und her, von „Amazonen Kohorte“ über „Unter’m Amazonenkleide“ 😉 bis hin zu „Emilias Gift“, aber das Cover kam ziemlich zum Schluss. Noch lange nach dem Ende des Lektorates.

Hast du eine Vorstellung vom Cover gehabt oder dich auf die 2 Künstlerinnen verlassen?

Ich habe lange recherchiert um herauszufinden, was mir gefallen würde. Letztendlich habe ich der Künstlerin Franziska meine Favoriten gezeigt. Am Ende ist es dann doch ganz anders geworden. Zum Glück hat Franziska ihre ganze geniale Kreativität aufgebracht und etwas ganz eigenes geschaffen.

Wolltest du etwas Bestimmtes mit dem Cover ausdrücken?

Ja. Ich wollte, dass Emilia als Heldin im Vordergrund steht, denn sie ist für mich der Dreh- und Angelpunkt von allem. Sie ist ja Wissenschaftlerin, Toxikologin, ihr Gift musste also auch Ausdruck finden und das hat Franziska mit dem wunderschönen Giftflakon in ihrer Hand gelöst. Emilias Outfit hat Franziska entworfen. Ich habe ihr nur gesagt: „Es muss höllisch sexy sein.“ – Das hat in meinen Augen funktioniert, auch wenn Emilia im Laufe der drei Cover immer etwas weniger Leder auf der Haut trägt und amazonenhafter wird. Der Clou an der Kleidung: Sie trägt die Farben ihrer Spinne.Die grüne Schminke soll ihre Verbindung zu den Spähren des Giftes untermauern und ihre Bereitschaft zu kämpfen, für ihre Freiheit und Selbstbestimmung, für Fabel und ihre Hyper-Tox-Wesen und für ihre Liebe, für Dimon.

Auch der Herr der Skythen findet sich auf dem Cover. In Uniform und mit einer durchschlagkräftigen Waffe. Seine Montur verdeutlicht, dass er nicht aus seiner Bestimmung Herr der Skythen zu sein,  heraus kann. Sein angestrengter Blick sagt aber gleichzeitig, dass er genau unter diesem Umstand leidet.

Und dann haben wir natürlich noch die Ruhrgebietskulisse im Hintergrund. Meine Bücher spielen zunächst ja in Essen und Umgebung. Franziska hat auf allen covern etwas architektonisch Typisches für den Ruhrpott ausgewählt und als Vorlage genommen: die Zeche Zollverein, den Dortmunder Fernsehturm und die Erzbahnschwinge im Westpark Bochum.

Die Farben des Aquarells sind düster, um den dystopischen Charakter des Buches aufzugreifen und Annika hat den Umstand des Wasserkrieges mit den Blutspritzern auf der Schriftfläche markiert. Nicht zuletzt haben wir am Reihennamen und der Bandnummer gefeilt. Dazu habe ich von Annika tolle Vorschläge bekommen, mich aber direkt in dieses „Vayas Töchter“ verliebt, denn es drückt für mich die monarchische Struktur der Amazonenkultur am besten aus. 

Bist du 100%ig zufrieden oder würdest du heute etwas anders machen?

Ich bin mit dem Cover zu „Emilias Gift“ sehr zufrieden. Aber vielleicht nur zu 98%. Denn das Cover des zweiten Bandes ist einen Hauch stärker, da vergebe ich 99 % und mein Favorit ist Cover 3: Die Helden vereint in starker Pose auf dem Cover, der Gewitterhimmel, die Farben, die Verbindung von Kampfeslust und Leidenschaft. Ich liebe dieses Cover zu 100 %. Daher……Aber, nein, etwas anders machen würde ich nicht.

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Auch die Grafikerin Annika Lewin stellte sich meinen Fragen zur Covergestaltung:

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Lara Kalenborn?

Ich traf ihren Mann auf der Geburtstagsparty eines gemeinsamen Freundes und habe ihm meine Visitenkarte mitgegeben. Als Lara dann jemanden für ihre Cover brauchte, hat sie mich kontaktiert.

Du hast ja die Aquarelle quasi als Vorlage bekommen, hast du sie dann 1 : 1 umgesetzt oder hast du Änderungen vorgeschlagen und auch ausgeführt?

Die Aquarelle sind ja ein fester Bestandteil der Cover und wurden von mir ohne Änderungen in den Layouts verarbeitet.

Bist du mit dem Ergebnis zufrieden oder würdest du gerne etwas ändern?

Mit den Covern bin ich weiterhin zufrieden, ich freue mich immer, wenn ich sie bei Lara auf der Facebook Seite sehe. Aber frag mich in 2 Jahren noch mal, dann sieht das vermutlich anders aus. 😉

Hast du auch bei anderen Büchern von Lara die Cover gestaltet bzw. wird es eine weitere Zusammenarbeit geben?

Die Cover für „Vayas Töchter“ waren bisher die einzigen Cover die ich für Lara gemacht habe, aber wer weiß……. ich würde mich natürlich freuen, wenn Lara wieder auf mich zukommt, wenn sie mal wieder ein Buchcover braucht. Ob es eine weitere Zusammenarbeit mit Lara geben wird, hängt also von ihr ab und ob sie mich wieder beauftragt. 🙂

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Und last but not least kommt noch die talentierte Künstlerin Franziska Wenzel zu Wort:

Wer hatte denn die Idee zu den tollen Covern? Und wie viel künstlerische Freiheit ließ dir Lara?

Prinzipiell Lara. Sie hat vorgeschlagen, doppelseitige Cover zu machen, und hat mir vorgegeben welche Figuren darauf zu sehen sein sollen. Sie hat sich auch gewünscht, dass im Hintergrund typische „Ruhrgebiet-Panoramen“ zu sehen sind. Ich habe ihr dann einige Skizzen mit den verschiedensten Posen der Figuren und Hintergründen angefertigt.Wir konnten uns dann auf 3 Skizzen einigen, die uns beiden gefielen.

Warum gerade Aquarell, es gäbe ja sehr viele andere Möglichkeiten?

Aquarell ist mein Lieblingsmedium. Für mich lautet die Antwort also schlicht und ergreifend „weil ich es mag und beherrsche“. Aus Laras (und aus Buchsicht) müsste man die Frage wohl eher umstelle: „Warum diese Illustratorin?“ Und hoffentlich wird die Antwort dann lauten: „Weil ich ihren Stil mag.“

Auch dir möchte ich natürlich die Frage stellen ob du mit dem Ergebnis zufrieden bist oder gerne etwas ändern würdest?

Zufrieden ist man als Künstlerin nie und man will auch immer etwas ändern. Aber nichts, was mir den Schlaf rauben würde. Ich denke unterm Strich sind die Bilder gut geworden.

Und nun die letzte Frage, wie kam es zur Zusammenarbeit von Lara und dir?

Wir kannten uns von der Uni, und waren beide eine Zeit lang WHKs am selben Lehrstuhl. Da hat es dann nicht lange gedauert bis wir ins Gespräch kamen. Ich glaube mich zu entsinnen, dass tatsächlich eine wissenschaftliche Mitarbeiterin rausgefunden hatte, dass ich malen kann und es eigentlich lieber beruflich als „nur“ als Hobby machen würde. Sie hat es dann an Lara weitergegeben als diese eine Illustratorin für ihre Bücher suchte. 

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Wow, vielen Dank ihr drei, das waren ja eine Menge Antworten und ich habe einiges erfahren und dazu gelernt. Als Leser stellt man sich das immer so einfach vor, man setzt sich hin, schreibt einige Wochen oder Monate, dann wird veröffentlicht und wir dürfen die Bücher lesen. Durch euch habe ich erfahren, dass alleine für das Cover bzw. den Buchumschlag doch viele Schritte notwendig sind, sicher auch manch schlaflose Nacht dazu kommt, sei es durch zusätzliche Arbeit oder weil man sich nicht entscheiden kann. Auch die Auswahl der Grafiker/Künstler ist wichtig, denn wenn die Chemie nicht stimmt, kann es kein stimmiges und für alle zufriedenstellendes Ergebnis geben. Wenn ich mir die drei Cover betrachte muss ich Lara recht geben, das dritte ist eindeutig das Stärkste. Allerdings gefallen mir alle drei sehr gut, und ich finde es sogar toll, dass sich die Cover genau so weiter entwickeln wie die Protas in den drei Büchern. Ihr könnt alle drei sehr stolz auf eure Ergebnisse sein, und im Hinblick auf neue Projekte möchte ich Lara nur sagen: „Never change a winning team“ du hast zwei tolle Mädels an deiner Seite.

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Ich möchte euch noch gerne die Cover von Band 2 und 3 sowie zwei Entwürfe zeigen:

 

 

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Schaut doch auf den jeweiligen Facebook Seiten vorbei, alle drei freuen sich auf ein Like oder nette Kommentare.

Lara Kalenborn (Autorin): Facebook und ihre Autoren Website
Annika Lewin (Grafikerin): Facebook und ihre Homepage
Franziska Wenzel (Künstlerin): Facebook und ihre Homepage

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6 thoughts on “

  1. Super interessante Details die man als Leser hier erfahren darf. Vielen Dank für die Offenheit und das teilen Eurer Erfahrung. Es ist schon wie Karin sagt, als Leser/Kunde hält man das fertige Buch in der Hand und weiß gar nicht was da so alles dahinter steckt. Da bekomme ich als Leser ein kleines bisschen ein schlechtes Gewissen, da ich oft nach gefallen des Covers kaufe ohne drüber nachzudenken was mir das Cover sagen will/soll.

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  2. Never change a winnig Team, toll gesagt! Und ich komme aus dem Schwärmen gar nicht raus, weil ich deine Coverbesprechung so toll finde. Dass du auch die beiden anderen ins Boot geholt hast … ❤ Klasse und eine super Überraschung für mich!

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