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Was versteht man unter Nischenbüchern?

Das sind Bücher, die abseits des Mainstreams liegen, weil sie
1. keinem konkreten Genre zugeordnet werden können, weil sie z. B. Elemente aus mehreren enthalten, aber keines davon überwiegt
oder
2. einem Nischengenre angehören, wie z. B. Steampunk, Science Fiction
und
3. von einem kleinen (deutschen) Verlag herausgebracht wurden, der nicht die Reichweite eines großen Publikumsverlags hat und deshalb z. B. auch nicht in den Buchhandlungen vertreten ist, oder selbst verlegt.
Im Rahmen von „Mut zur Nische“ befassen wir uns in dieser Woche mit:

Die Blaue Königin

von 

Erik Kellen

 

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Verlag oder Selfpublishing

Vor- und Nachteile

Vorteile eines Verlages:

Hat man bei einem Verlag einen Vertrag ergattert, hat man je nach Größe und Bekanntheitsgrad des Verlages natürlich einige Vorteile davon:

  • man profitiert natürlich bereits vom guten Namen des Verlages
  • Marketingprofis des Verlages unterstützen den Verlag, allerdings wird von Neulingen erwartet, selbst auch die Werbetrommel zu rühren, sei es durch Präsenz auf diversen Social Media Plattformen, auf Buchmessen, Lesungen und auf ihrer Autorenwebsite oder Blog
  • professionelles Lektorat und Korrektorat sorgen für ein fehlerfreies Werk und eine ansprechende Form
  • die Covergestaltung wird genauso von Profis übernommen, meist sind dies freiberufliche Grafiker/innen
  • Herstellung, Auslieferung und Vertrieb des Buches wird vom Verlag übernommen
  • und was natürlich nicht zu verachten ist, ist die Tatsache, dass Verlage auch Vorschüsse auf das Buch bezahlen, die später mit den Tantiemen abgerechnet werden

Nachteile eines Verlages:

  • in den Buchhandlungen herrscht eine große Fluktuation an ausgestellten Büchern, und die Spannen werden immer kürzer, d.h. wenn das Buch nicht rasch Erfolg hat, verschwindet das Buch ganz rasch wieder in der Versenkung
  • der Autor muss seine Nutzungsrechte an seinem Werk auf längere Zeit an den Verlag abtreten, und kann somit das Buch nicht anderweitig veröffentlichen, wenn es keinen Erfolg hat
  • ein großes Minus ist der lange Zeitraum vom Manuskript bis zum fertigen Buch, oft dauert es 6 Monate und länger bis überhaupt eine Reaktion vom Verlag kommt und danach kann es noch 1 Jahr oder länger bis zur Veröffentlichung dauern
  • der Vertrag bietet auch keine Garantie nachfolgende Bücher zu verlegen, dies geschieht in den seltensten Fällen 
  • oft bleibt hier nur die Möglichkeit unter verschiedenen Namen oder Pseudonymen und bei verschiedenen Verlagen seine Bücher zu veröffentlichen
  • aufpassen sollte man auch, dass man nicht an einen sog. „Druckkosten-zuschussverlag“ gerät, denn diese zahlen nicht nur keine Vorschüsse, sondern verlangen von den Autoren schon im Voraus überteuerte Preise für ihre Dienstleistungen, deshalb Hände weg von Verlagen die Geld vom Autor wollen

Vorteile des Selfpublishing:

  • im Internet findet man sehr viele Plattformen für Selfpublisher, mit einer großen Auswahl an verschiedensten Angeboten 
  • als sog. „Indie Autor“ (verlagsunabhängiger Autor) hat man alle Freiheiten bzw. volle Kontrolle über Lektorat, Korrektorat, Formatierung, Covergestaltung, Buchtrailer, Formate (Taschenbuch, Hardcover, E-book, Hörbuch) und Verkaufsplattform
  • als Selfpublisher kann man sich das Genre aussuchen, auch einen Mix oder sogenannte Nischenbücher veröffentlichen, allerdings sollte man sich schon eine bestimmte Zielgruppe aussuchen und versuchen diese auch mit dem Buch zu erreichen um auch kommerziell Erfolg zu haben
  • Alle Rechte bleiben beim Autor, bei Verkauf von Prints als Book on Demand werden diese nach Bestelleingang gedruckt, E-Books bleiben immer lieferbar, können auch jederzeit aktualisiert werden z.B. bei Amazon
  • besonders bei E-Books kann ein Indie-Autor für seine Leser spezielle Angebote machen, z.B. Einführungspreise, Aktionswoche, etc. 
  • es gibt auch keine Beschränkung an Büchern die veröffentlicht werden können, je nach Schaffenskraft des Autors kann er somit z.B. monatlich ein E-Book auf den Markt bringen

Nachteile des Selfpublishings:

  • es ist sehr schwer für einen Indie Autor seine Printausgabe in den Buchhandlungen zum Verkauf anzubieten
  • damit das Erscheinungsbild des Buches professionell ausschaut benötigt man oft die Hilfe eines Grafikers, ebenso eines Lektors und Testleser und damit kommen natürlich Kosten auf den Autor zu, die sonst der Verlag übernimmt
  • da man alles selbst finanzieren muss, entstehen natürlich einige Kosten und es gibt auch nicht die Möglichkeit eines Vorschusses
  • ebenso muss man alle Marketingaufgaben selbst übernehmen, und durch Werbeaktionen, Gewinnspiele, mit Hilfe von Bloggern und Lesern, Webauftritten, Zeitungsinterviews etc. versuchen auf sein Buch aufmerksam zu machen

Fazit:

Wenn man es genau betrachtet, finde ich persönlich,hat es doch oft mehr Vor- als Nachteile für Neoautoren als Selfpublisher zu veröffentlichen, und hat man einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht, kann man noch immer versuchen einen guten Verlagsvertrag zu günstigeren Konditionen zu ergattern.

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9 thoughts on “

  1. Hallo Karin

    Das ist ein toller Bericht von dir. Ich bin auch der Meinung, dass selbst Verlegen ein guter Anfang ist. Wie du schon erwähnt hast, kann man sich (sofern man gut schreibt) später immer noch einen Verlag suchen. Es ist jedoch nicht leicht, immer gute Bücher von Selfpublishern zu finden. Gute Rezensionen haben nicht immer was zu sagen.
    Gute Erfahrungen habe ich jedoch schon gemacht. Nicht nur Negative. Ich habe erst kürzlich ein Buch einer Autorin gelesen, die lange Zeit Selfpublisherin war und nun bei einem namenhaften Verlag ist. In meinen Augen eine begnadete Autorin. So Beispiele gibt es mittlerweile mehrere. Der Dschungel „Selfpublishing“ wird aber mit der Zeit unübersichtlich. Oftmals gleichen sich Geschichten und sind ziemlich anspruchslos.
    Auch sollten Selfpublisher ihre E-Books nicht zu Schleuderpreisen von 99 Cent anbieten. Bei älteren Büchern finde ich es ok. Neuerscheinungen sollten einfach durch Qualität für sich sprechen. Autoren sollten auch nicht erwarten, innerhalb kürzester Zeit zur Bestseller-Autor/in zu werden. Mit den 99 Cent Aktionen klettern sie die Bestsellerliste sehr schnell hoch. Ab dem Moment, wo Autoren ihre E-Books zu normalen Preisen anbieten, fallen sie sofort in die unteren Ränge. Macht das Sinn? Sollen Bücher zur Schleuderware werden? Ich denke, hier ist ein UMDENKEN angesagt.

    Liebe Grüße,
    Gisela

    Gefällt 1 Person

    1. Ja diese Preise finde ich auch unmöglich, das ist künstliches Hochpushen. Einige der Autorinnen mit denen ich gesprochen habe sahen sich quasi dazu gezwungen, damit sie überhaupt Bücher am Anfang verkaufen. Das ist dann wie ein Teufelskreis….einerseits wollen viele Leser kein Geld ausgeben, andererseits denken sie günstige Bücher sind automatisch schlecht. Es müsste eine einheitliche Preisregelung geben was den Mindestpreis betrifft. Aber das wird halt nicht möglich sein. Lg Karin

      Gefällt mir

  2. Eine tolle Zusammenfassung und interessante Übersicht! Das hast du toll geschrieben! 😀 Ich lese und unterstütze ja auch viel die Selfpublisher und finde es schade, dass sie oftmals nicht wirklich ernst genommen werden, obwohl dort echt superschöne Storys zu finden sind.

    lg Nadine von Nannis Welt

    Gefällt 1 Person

  3. Vielen Dank für diese sehr schöne und übersichtliche Zusammenfassung. Ergänzen möchte ich noch, dass man als Self-Publisher Cover und Format des Buches selbst festlegen kann, was bei einem Verlagsbuch oft nicht der Fall ist. Und um das Vermarkten des Buches muss man sich auch als „kleiner“ Verlagsautor selber kümmern, was die Vorteile eines Verlagsvertrags weiter reduziert.

    Gefällt 1 Person

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