Hallo ihr Lieben, wie schön, dass ihr heute bei mir dabei seid und mich auf meinem Teil der Blogtour zum Buch „Sind drei einer zuviel“ von unserer lieben Helen Marie Rosenits begleitet.

 

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Heute darf ich euch mein Gespräch mit der Autorin über ihre Entscheidung ihr Buch selbst zu veröffentlichen zeigen. Dabei habe ich ganz tolle Informationen bekommen, und Helen war so lieb und nett, es war mir eine große Freude und ich darf euch verraten, dass es im Juni eine weitere Blogtour zu Helens zweitem Buch „Liebe und andere Stolpersteine“ geben wird. Da könnt ihr schon mal sehr gespannt sein, lange müsst ihr ja nicht darauf warten.

„Helen möchte gerne voranstellen, dass sie bei ihren Antworten nicht immer die weibliche Form mitbenutzt hat, sondern wegen der leichteren Lesbarkeit das Gendern unterlassen hat.“

 

1. Liebe Helen, du hast dein Buch „Sind drei einer zu viel?“ als Selfpublisher veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Neben dem Schreiben habe ich mich über diverse Publikationsmöglichkeiten informiert (online, bei Freunden u. Bekannten). Nachdem ich den Text dann in der Endphase hatte, habe ich die herkömmliche Verlagsschiene probiert. Zuerst einmal bei den kleineren Verlagen, die beim ‚Buchquartier‘ in Wien präsent waren bzw. sind und dann auch bei den größeren und großen Verlagen, sowohl in Österreich als auch Deutschland (die entsprechenden Listen findet man ja im Internet – Mr. Google ist diesbezüglich eine unerschöpfliche Quelle).  –  Da selbst nach 6 Monaten (bis auf wenige Ausnahmen) Schweigen im sprichwörtlichen Walde herrschte, habe ich mich bzgl. Self-Publishing schlau gemacht und letztlich für diesen Weg entschieden.

 

2. Es gibt ja einige Möglichkeiten als Selfpublisher sein Buch zu veröffentlichen. Zum Beispiel Tredition, Amazon, BoD, Neobooks. Wieso hast du dich für „Books on Demand“ entschieden? 

Ich habe Tipps, Erfahrungen, Anleitungen, Gegenüberstellungen usw. aus dem Internet inhaliert und eine Anforderungsprofil erstellt. Amazon habe ich deshalb ausgeschlossen, weil sie (angeblich) keine richtige ISBN vergeben und die E-Books nur am Kindle zu lesen sind, aber viele meiner Freundinnen (dank Thalia) den Tolino bevorzugen. Kleinere oder noch nicht so lang in diesem Bereich tätige Anbieter habe ich für mich ausgeschlossen, weil ich das wirtschaftliche Risiko einer Insolvenz möglichst gering halten wollte. Sicher, auch Elefanten sind schon gestorben, aber da der Markt offenbar beinhart geworden ist, rechne ich, dass ein erfahrener, großer Partner wie BoD mir längerfristig ‚dienen‘ kann.  –  Dass alle Plattformen bloße Knebelungsverträge anbieten und man als Autor diesbezüglich keine Gestaltungsmöglichkeit hat, liegt in der Natur der Sache. Aber dies gilt ja nicht nur für diesen Bereich.

 

3. Hattest du dein Manuskript auch Verlagen vorgelegt und wie war die Reaktion darauf?

Ich habe mein Exposé samt Probekapiteln (bis zu 25 Seiten) und jeweils einem individuellen Anschreiben an ungefähr 30 Verlage gesendet. D.h. alles 30 x ausgedruckt, geheftet, für jeden Verlag im Internet die Namen des/der Lektors/der Lektorin bzw. Lektoren (bei einem Team) herausgesucht (sofern es mir gelungen ist) und die Unterlagen in einem Din A 4-Kuvert per Post weggeschickt oder dort, wo es möglich war, alles per Email (als Anhang) gesendet.

Die meisten Verlage haben (selbst nach 6 Monaten) nicht einmal Muh oder Mäh gesagt. Einige wenige haben gemeint, dass etwas quasi Biographisches nicht verlegt werde, weil man ohne Bekanntheit (Berühmtheit) damit keinen Erfolg erzielen könnte. Ein paar haben unumwunden zugegeben, dass es ihnen wirtschaftlich so schlecht geht, dass sie nicht einmal ihre Stammautoren wie geplant verlegen könnten. Und ein Ein-Mann-Verlag war von meinem Text sehr angetan, konnte/wollte aber das wirtschaftliche Risiko einer Publikation einer Neo-Autorin mit ihrem Debut-Roman nicht allein tragen. Ich hätte mich finanziell (zumindest mit einem gewissen Betrag) beteiligen sollen.

Bei den kontaktierten Verlagen gibt es offenbar Adressweiterleitungen (vielleicht auch Adressverkäufe??), weil ich plötzlich auch von den sog. Druckkosten-Zuschuss-Verlagen Angebote erhalten habe, ohne aktiv auf einen von ihnen zugegangen zu sein.

Kurz gesagt: Was die Verlage auf ihren Homepages so blumig und nett beteuern, nämlich beinahe begierig auf jedwede Zusendung und völlig gespannt gerade auf ‚DEINEN‘ Text zu warten, ist schlicht Nonsens, unwahr, um nicht zu sagen – bewusst gelogen. Richtigerweise müsste dort stehen: Nervt uns nicht mit Zusendungen, wir sind ein elitärer Zirkel, der sich mit der Masse der im-Kopf-Bestseller-Autoren gar nicht herumschlagen will.

Mag sein, wenn man als Autor/-in gerade in eine gehypte Schreib-Schiene passt, dass man dann eher eine Chance hat.

Aber da kommen wir dann zu dem Gebiet von Angebot und Nachfrage und in wie weit man mit PR/Marketing so etwas erschaffen, lenken und nutzen kann, um den maximalen Profit zu generieren. Und wie man das alles mit Netzwerken und dem auch in diesem Bereich üblichen ‚Eine Hand wäscht die andere‘ vorwärts bringt.

 

4. Selfpublishing ist ja auch kostenintensiv, da man als Autor gleichzeitig Verleger ist und alle Kosten selber tragen muss. Kann man so überhaupt mit dem ersten Buch einen Gewinn erzielen, der nach Abzug aller Kosten über bleibt, oder nimmt man die Kosten in Kauf in der Hoffnung, ein Verlag wird aufmerksam und man kann einen Vertrag ergattern?

Nun was die Kostenintensivität betrifft, müsste man einen durchschnittlichen  Verlags-Autor fragen, was er mit seinem Debut-Roman verdient hat.

Bei BoD sind die Kosten für das weniger teure Paket 19,- € pro Buch-Upload. Wenn man sich alles selber macht (oder liebe Freunde, Familie oder Bekannte für Gratis-Arbeit besitzt), dann wäre das die ganze aufzuwendende Summe.

Die PR/Marketing muss man eben selbst machen, was mit entsprechendem Einsatz und eigenen Kontakten nichts kostet, abgesehen von den vom Autor natürlich selbst zu bezahlenden (allerdings zu einem günstigeren als dem üblichen Verkaufs-Preis) Gratis-Buchexemplaren für die lokalen Buchhandlungen oder die diversen Blogger, damit sie eine Rezension über das gerade erschienene Buch abgeben. 

Wobei ich sagen muss, dass BoD die Möglichkeit anbietet, dass ein Journalist seinen Ausweis übermittelt und dann ein Freiexemplar des in Frage stehenden Buches direkt von BoD erhält.  – Nur welcher Autor traut sich schon, einen Journalisten, von dem er sich eine Erwähnung erhofft, auf diesen Weg zu schicken. – Betreffen doch die diversen Buchvorstellungen in den leserstarken Medien, im Fernsehen oder in den Frauenzeitschriften nur Erscheinungen, die auch einen Verlagsnamen aufweisen, leider. – Da beißt sich die viel gerühmte Katze in den Schwanz!

Wenn ich nun von den tatsächlich fremdverkauften Exemplaren ausgehe (ca. 55 Stk.) und den mir dafür von BoD überwiesenen Betrag heranziehe, dann hätte ich einen Mikro-Gewinn.

Allerdings hat allein die Herstellung meiner Homepage beinahe 200,- Euro gekostet, dann der Kauf von Visitkarten als Werbefläche, die zum Drucken nötigen Druckerpatronen, die verschenkten Buchexemplare usw. – es summiert sich, was die Bilanz ins Minus kippt.

Ehrlich, mit meinem Self-Publishing-Weg habe ich nicht auf Verlage geschielt, die ev. auf mich aufmerksam werden könnten, um mich unter Vertrag zu nehmen. Nach meinen bisherigen Erfahrungen bin ich mir nicht sicher, ob ich mir einen Verlag antun mag/soll bzw. ein Verlag sich mit mir auseinandersetzen will. Da müsste schon sehr die viel zitierte Chemie stimmen, um mich jemand anderem unterzuordnen oder mit jemandem (Lektor/Verlagschef) zusammenzustreiten.

 

5. Wie genau funktioniert eigentlich Selfpublishing? 

In dem Zeitpunkt, wo ich mich fürs Self-Publishing entschieden und die für mich adäquate Plattform ausgewählt hatte, informierte ich mich über die technischen Erfordernisse. Da ich meinen Text (wegen der Verlagszusendungen) als Arial-Normseite gespeichert hatte, musste ich alle Kapitel in das geforderte Format von 12×19 cm umformatieren. Da meine Windows Home&Student-Version keine kommerzielle Nutzung erlaubt, musste ich mir eine freie Schrift aus dem Netz aussuchen, habe mich für Charis SIL entschieden und diese statt Arial benutzt. Dann habe ich alle Kapitel in ein einziges word-doc zusammengefasst und (zusätzlich) für den Upload als pdf abgespeichert.

Da mir für meine Trilogie ein bestimmtes Layout vorschwebte, habe ich mir nur das für die vorhandene Seitenzahl notwendige Format von BoD hergeholt und dann in Power Point bearbeitet (und auch als pdf abgespeichert), bis es mir gefallen hat. Dazu muss ich erwähnen, dass ich meine eigenen Fotos ausgewählt habe – zum einen wegen der Urheberrechtsfrage und zum andern weil bei den frei verfügbaren Vorlagen im Netz keine Garantie besteht, dass das Titelbild nicht zum gleichen Zeitpunkt von einem anderen Autor für ein vollkommen konträres Sujet ausgewählt und veröffentlicht wird. Dieser Möglichkeit wollte ich mich schlichtweg nicht aussetzen. Individualität ist mir sehr wichtig.

Somit hatte ich die beiden Komponenten für das Buch beisammen. Dann habe ich mich bei BoD registriert, mein Projekt begonnen und die Daten hochgeladen. Dann kam der Autorenvertrag, den ich online akzeptiert habe und danach der Buchvertrag, den ich ebenso angenommen habe.

Hurra, erledigt. Dann benötigt man nur noch Geduld, bis BoD die Erledigungen auf die Reihe kriegt. Beim 1. Buch ging es sehr schnell, bereits am nächsten Tag ist es bei BoD aufgeschienen. Beim 2. Buch jetzt haben sie 1 ganze Woche gebraucht, um in die Gänge zu kommen. Aber sei’s drum, mittlerweile laufen beide Bände korrekt.

 

6. Wie haben dein Mann und deine Freunde auf deinen Plan das Buch selbst herauszugeben reagiert? Hattest du Unterstützung oder waren sie doch eher skeptisch und haben dir abgeraten?

Dass ich meine Ergüsse veröffentlichen soll, darin waren sich alle einig. Den Weg dorthin hat mir niemand vorgeschrieben, mir geraten oder zu bevormunden versucht [wäre auch kaum von Erfolg gekrönt 😉 ;-)]

Das einzig Schwierige war der Schritt davor, nämlich sich überhaupt an die Veröffentlichung zu wagen, und aus dem Schatten bzw. der Anonymität hervorzutreten. Denn selbst wenn die Bücher Misserfolge sein sollten und kein Hahn danach kräht, das Netz vergisst nichts und die dt. Nationalbibliothek (wohin zwei Exemplare lt. dt. Gesetz gehen müssen) auch nicht ;-).

 

7. Da wir ja dein zweites Buch im Juni vorstellen dürfen, nun meine Frage dazu. Hast du es wieder selbst herausgegeben oder über einen Verlag?

Ja, ich habe es wieder bei BoD veröffentlicht. Den mühsamen und sinnlosen Weg über die Verlage habe ich mir geschenkt. Canossa war dagegen harmlos! – Ich habe mein Layout-Konzept durchgezogen, glz. auch Teil 1 überarbeitet, angepasst und neu herausgegeben und für Band 3 bereits das Cover hochgeladen, um mir die ISBN-Nummer bereits jetzt zu reservieren, damit ich den Titel sicher habe und mir Zeit zum Schreiben bleibt.

Ich danke für die Ehre, auch mit meinem 2. Buch vorgestellt zu werden, und freue mich auf Euer Feedback.

 

Helen möchte gerne noch ein paar Worte an ihre Leser richten:

Einem/Einer jeden von Euch sende ich mein großes Dankeschön – für die Bereitschaft, sich einer Neo-Autorin und ihren Romanen zu widmen und vielleicht nicht nur eine Geschichte zu lesen, sondern auch den Anstoß zu Nachdenklichkeit zu akzeptieren. Ich hoffe, Ihr bleibt mir treu und folgt mir auf meiner Homepage, Facebook, Google+ oder meinen Blogs. Ganz herzliche Grüße an alle!

 

Und auch an uns Blogger hat sie gedacht und diese wunderbaren Worte hinterlassen:

Dass ich hinter Euch Bloggern stehe, hat einen simplen Grund. Ich schätze Eure Arbeit und Hingabe an das Objekt ‚Buch‘ und den dazugehörigen Autor. Die allermeisten von Euch sind so sehr bemüht, dem jeweiligen Werk gerecht zu werden, den besonderen Stil zu würdigen, sich auf den Inhalt und die Protagonisten einzulassen und auch nach dem Sinn oder der Intention eines Buches zu suchen.

Man fühlt sich beim überwiegend größten Teil von Euch als Autor geschätzt, ernst genommen und mit einem brauchbaren Feedback versehen. Wenn man endlich aus dem stillen Kämmerlein hinaustritt, erfreuen alle anerkennenden Beurteilungen, und selbst kritische, begründete Worte helfen einem weiter.

Was ich für mich persönlich überhaupt nicht mag, ist, mit anderen Schriftstellern verglichen zu werden. Ich bin ein Unikat (ja, auch ein Unikum, ich gebe es zu) und als solches möchte ich auch wahrgenommen werden.

Lob streichelt die Autoren-Seele und motiviert ungemein, treibt einen zu neuen Schreib-Taten. Deshalb bedanke ich mich bei allen Rezensionsschreibern, egal, ob professionell oder mit privatem Enthusiasmus, ob aus eigenem Antrieb oder nach einer Bitte, ob auf meiner Homepage, bei Facebook, Amazon oder Co. – Allein, dass Ihr Euch die Mühe macht, verdient meine Anerkennung und meinen Respekt. Und ich bedanke mich aufrichtig dafür. – Alle von Euch, die sich mit meinen Büchern und mir befassen, grüße ich ganz herzlich und wünsche Euch für Eure Arbeit alles Gute!

 

Eure Helen Marie Rosenits

 

Liebe Helen, ich danke dir, dass du dir so viel Zeit genommen hast und meine Fragen so ausführlich beantwortet hast. Es war und ist mir eine Ehre deine Bücher lesen und vorstellen zu dürfen. Ich bin mir sicher, dass einige Neo-Autoren/innen von deinen detaillierten Ausführungen profitieren können, besonders wenn sie noch am überlegen sind wo und wie sie ihr Buch veröffentlichen sollen. Dies war meine erste Blogtour und ich bin ganz stolz wie meine tollen Kolleginnen dein wunderbares Buch vorgestellt und diese Tour gestaltet haben und freue mich schon auf unsere nächste gemeinsame Blogtour!

An dieser Blogtour sind noch folgende Bloggerinnen beteiligt:

Manus Bücherregal auf Facebook  und Blog

Sabine Panagl auf Facebook

Diabooks78 auf Facebook und Blog

Links zu den Seiten der Autorin Helen Marie Rosenits:

Facebook  Autorenwebsite

 

 

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6 thoughts on “

  1. Liebe Karin ich fragte dich ja die Tage was ich mir unter einer Blogtour vorstellen darf und jetzt bin ich schlauer dank dir. Ich finde es so interessant aus erster Hand zu erfahren wie viel Schweiß und Herzblut hinter alkem steckt. Klar kann man es sich denken dass nicht alles Gold ist was glänzt, aber wie hard es wirklich ist erfährt man erst im direkten Gesprächen. Sehr schön geschrieben und auch sehr respektvoll. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag.

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  2. Danke vielmals, liebe Karin, für Deine ausgefeilten Fragen, Deine Geduld im Aufbereiten meiner Antworten und dieses wunderhübsche, romantische Blogtour- Banner. Merci für Deine Mühe und Dein Engagement und Deine unvoreingenommene Bereitschaft, sich mit einer Neo-Autorin auseinander zu setzen. Liebe Grüße, Helen Marie

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